Mädchen entdecken ihr Techniktalent

Vier Jahre „Girls’ Day Akademie“

Das Gemeinschaftsprojekt der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme mit der Agentur für Arbeit in Landshut und der Regionaldirektion Bayern an der Landauer Realschule in die vierte Runde. Neben den regionalen Projektbetreuerinnen Andrea Rücker, Gisela Bauer und Pia Geißler kümmerten sich die Lehrkräfte Stephanie Koller und Britta Kühbeck um die teilnehmenden Mädchen. Die „Girls‘ Day Akademie“ gab es im Schuljahr 2016/17 an zwölf weiteren bayerischen Realschulen sowie an einem Pilotgymnasium.

Das Ziel des Projektes, Mädchen für Technik zu begeistern und sie intensiv über naturwissenschaftlich-technische Ausbildungsberufe sowie Studiengänge zu informieren, wurde in den beiden Vorjahren erreicht: Etliche der früheren Teilnehmerinnen entschieden sich für einen technischen Beruf bzw. planen dies zu tun. Auch bei den Unternehmen hat sich die praxisnahe und vertiefte Berufsorientierung herumgesprochen, so dass ein Zertifikat der Girls‘ Day Akademie viele Türen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz öffnet.

In diesem Jahr wurde bei der Girls‘ Day Akademie wieder auf das Konzept des ersten Pilotjahres zurückgegriffen und es wurden Mädchen aus drei verschiedenen Jahrgangsstufen als Teilnehmerinnen zugelassen, die Hälfte davon aus den Matheklassen. Gerade die Zusammenarbeit zwischen Siebt-, Acht- und Neuntklässlerinnen erwies als besonders günstig für den Ablauf des Projekts, denn es fanden sich bei den verschiedenen Arbeitsaufträgen sehr spontan wechselnde, harmonisch funktionierende Teams zusammen. Außerdem war es so möglich, organisatorisch flexibel Fehltage bestimmter Stufen durch schulische Veranstaltungen durch Angebote für die anderen Mädchen zu nutzen, zum Beispiel während des Skilagers der 7. Klassen, der Englandfahrt und der Orientierungstage der 8. Klassen sowie der Projektarbeiten der 9. Klassen. Normalerweise wurde die GDA am Montagnachmittag abgehalten, es gab aber auch eine Menge ganztägiger Termine.

Ein Vermessungsworkshop des Amtes für ländliche Entwicklung gegen Ende des Projektes bescherte ein Gruppenerlebnis in der Natur und ermöglichte den Umgang mit hochtechnischem Gerät.

Das Programm der Firmenerkundungen der Landauer Girls‘ Day Akademie startete mit einer Besichtigung des Landauer Unternehmens Einhell. Dort gab es neben dem üblichen Betriebsrundgang auch erste interessante Informationen über die Berufsmöglichkeiten für Mädchen in technischen Berufen. Es folgten die Besuche der Firmen Mann + Hummel in Marklkofen und SAR in Dingolfing, mit denen sich bereits in den beiden ersten Projektjahren eine enge Zusammenarbeit entwickelt hatte.

Ein Highlight des Technikprojekts war auch die Ganztagesexkursion zum Hauptsitz der Firma Dräxlmaier nach Vilsbiburg. Dort war für die Technik-Mädels neben dem Kennenlernen des Unternehmens ein spezielles Ausbildungsprogramm aus den Bereichen Hydraulik und Metallverarbeitung arrangiert. Die Ausbildungs- und Personalverantwortliche Barbara Gerber hatte bereits zuvor die Schule besucht und trotz ihres übervollen Terminkalenders viel Zeit für einen Bewerbungs-Crashkurs mitgebracht.

Verschiedene Unternehmen der Region, die in technischen Berufen ausbilden, lernten die GDA-Mädchen auf der Ausbildungsmesse „Bleib hier“ kennen. Außerdem wurden als übergeordnete Einheiten bei späteren Terminen die Beschäftigung mit den für die Berufswahl wichtigen Schlüsselqualifikationen und eine Einführung in das Philosophieren angeboten. Workshops zu Präsentationstechniken und zum Erstellen einer aussagekräftigen Bewerbungsmappe wurden ebenfalls angeboten. Eine Einführung in das Programmieren erhielten die Mädchen durch den Leiter der EDV-Schulen Plattling.

m Mittelpunkt des Projekts stand wieder einmal das praktische Tun. Für die ersten Erfahrungen in der Metallbearbeitung und der Elektronik konnten eine Lehrwerkstatt sowie der Werkraum der Schule genutzt werden. Da wurde gefeilt, entgratet, gebohrt, gebogen, gesägt, gehämmert, Gewinde gedreht und gelötet.

Als Ausbilder konnte der frühere Werklehrer der Realschule Stefan Paul gewonnen werden, der mit viel Erfahrung, unendlicher Geduld und sehr verständlichen Erklärungen das vielseitige Arbeitspensum schulterte. Er war nicht nur mit dem Eifer und Teamgeist seiner „Lehrlinge“, sondern ebenfalls mit deren handwerklichem Geschick und Techniktalent sehr zufrieden. Ergebnisse des Praxisblocks zum „Anfassen“ und „Mit-nach-Hause-nehmen“ waren ein Vorhängeschloss, eine Uhr, eine Lichtschranke sowie zahlreiche elektronische Bausätze.

Eine perfekte Verbindung von Theorie und Praxis stellten die Fahrten zur Technischen Hochschule Deggendorf und zur Fachoberschule in Landshut dar. In der THD wurden zahlreiche Fachrichtungen erkundet, unter anderem die Medientechnik mit ihrem Radio- und Fernsehstudio mit dem angeschlossenen „Reflexionsarmen Raum“, der komplett schallisoliert und auf Federn gelagert ist. Daneben gab es auch die Gelegenheit, unter Anleitung von Studenten und Dozenten praktisch zu arbeiten. Die Mädchen stellten sich dabei so geschickt an, dass sie mehr als nur das Lob ihrer Betreuer erhielten. Als bleibende Erinnerung werden Werkstattfotos in der Neuauflage des Hochschul-Flyers „MINT für Mädchen“ verwendet. Positive Eindrücke nahmen die Teilnehmerinnen auch aus der FOS mit, wo ebenfalls das Praktische nicht zu kurz kam; hier bekamen die Mädels einen Vorgeschmack darauf, was es heißt, im Technikzweig zu lernen, denn es gab überwiegend männliche Schüler.

Kurz vor dem Ende des Projektes gab es sogar noch einen ganztägigen Ausflug in die Landeshauptstadt. Beim Besuch der Ausbildungsabteilung des Stammwerkes der BMW AG in München erfuhren die Mädchen alles über die Ausbildungsmöglichkeiten im Konzern und lernten die Juniorfirma kennen, in der kaufmännische und gewerbliche Auszubildende eigenverantwortlich zusammenarbeiten. Beim Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen der Grundausbildung und der Kfz-Werkstatt trafen die Landauer Schülerinnen immer wieder auf äußerst aufgeschlossene BMW-Azubis, die geduldig Maschinen und Arbeitsschritte erklärten. Im zweiten Teil des Ausflugs kam der Technik-Spaß zu seinem Recht: Die Gruppe fuhr zur einige Straßen entfernten BMW Welt, in der sich die Mädchen nach Herzenslust umsehen durften – Probesitzen auf Motorrädern und in Autos inklusive.

Für die Teilnehmerinnen bedeutete die „Girls’ Day Akademie“ durch den hohen Zeitaufwand teilweise eine enorme Anstrengung. Es waren aber alle von Beginn bis zum Ende hochmotiviert und sehr konzentriert bei der Sache. Selbst so unangenehme Pflichtaufgaben wie das Ausfüllen von organisatorisch bedingten Formularen wurden klaglos hingenommen. Am Ende standen den Mühen ein interessantes Jahr in einer sehr harmonischen Gruppe und ein fundierter Einblick in die Welt der technischen Berufe mit ihren großen Arbeitsmarktchancen gegenüber. Auf der offiziellen Abschlussveranstaltung am 28. Juli wurde nicht nur ein positives Fazit über das dritte Projektjahr gezogen, sondern es wurden natürlich auch die Teilnahmezertifikate übergeben, die als Anlage für Bewerbungsunterlagen sicher sehr hilfreich sein werden.

Stephanie Koller

Britta Kühbeck

 

Freude an Technik

Girls‘ Day Akademie der Landauer Realschule besuchte BMW in München

Landau. Statt grauer Theorie erwartete die Teilnehmerinnen des Projekts „Girls’ Day Akademie“ der Viktor-Karell-Realschule ein praktischer Einblick in die Lehrwerkstätten des Stammwerks der BMW AG und in die BMW Welt.

Ausbildungsleiter Stefan Ritzmann begrüßte die Technik-Mädchen, die regionale Projektbetreuerin Pia-Christine Geißler sowie die Lehrkräfte Stephanie Koller und Stefan Paul, der sich als ehemaliger Landauer Realschullehrer und aktueller Referent des Projekts für die Fahrt nach München begeistern ließ.

Nach einer kurzen Präsentation des Bewerbungs- und Ausbildungsverfahrens der BMW Group führten zwei Auszubildende die Landauer Besucher souverän durch alle Ausbildungsbereiche. Dort arbeiten gewerbliche und kaufmännische Auszubildende eigenverantwortlich zusammen. In den verschiedenen Abteilungen erfuhren die Landauer Realschülerinnen aus erster Hand, welche Tätigkeiten und Arbeitsprozesse die BMW-Lehrlinge täglich absolvieren. Der Blick hinter die Kulissen der Ausbildungsabteilung machte den Mädchen auch dieses Jahr wieder Lust und Mut, das klassische berufliche Rollenverständnis zu „knacken“ und herauszufinden: Mädchen können genauso gut wie Jungs technischen Problemen auf den Grund gehen und Lösungen erarbeiten. Nach diesem lehrreichen Einblick in die Tätigkeitsfelder der Lehrlinge durfte sich die Reisegruppe auf Kosten des BMW-Konzerns in der Mensa stärken.

Im Anschluss stand ein interessanter Besuch der BMW-Welt auf dem Programm. Dort konnten sich die Mädchen in kleinen Gruppen selbständig umsehen. Besonderen Anklang fanden die ausgestellten Motorräder, auf denen die Teilnehmerinnen Probe sitzen durften. Neben der ganzen Bandbreite an BMW-Motorrädern wurden ebenso die verschiedenen Autotypen des Unternehmens bewundert: vom kleinen Mini über den noblen Rolls Royce bis hin zu dem Elektrokleinwagen i3 und dem 125 000 Euro teuren Hybridsportler i8. Mit hilfreichem Informationsmaterial und abwechslungsreichen Eindrücken im Gepäck kehrten die Reisenden am Nachmittag wieder nach Landau zurück.

Träger des Projekts „Girls’ Day Akademie“ sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme, dessen Mitgliedsunternehmen BMW ist, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit in Landshut und der Regionaldirektion Bayern. Ziel dieses Projekts ist es, Schülerinnen der siebten bis zehnten Jahrgangsstufe für Technik zu begeistern und ihnen wertvolle Tipps und Informationen zum Berufsstart zu geben.

Landauer Realschülerinnen besuchten München: Die Teilnehmerinnen der Girls‘ Day Akademie informierten sich über Ausbildung und Produkte von BMW.

Girl's Day Akademie

Techniktalent und Teamgeist

Pilotprojekt „Girls’ Day Akademie“ an der Landauer Realschule

Landau. Am 27. März fand wieder der alljährliche „Girls Day“ statt, an dem sich bundesweit Mädchen vom Unterricht befreien lassen können, um in die Welt der technischen Berufe zu schnuppern. Auch 15 Schülerinnen der Viktor-Karell-Realschule probierten an diesem Tag ihre Talente im Bereich Technik ausprobieren. Doch die Gruppe verbindet etwas ganz Besonderes: Für Andrea, Corinna, Denise, Diana, Ekaterina, Erika, Jennifer, Katharina, Laura, Lucy, Michaela, Ramona, Selina, Tamara und Theresa gibt es nämlich seit September 2013 mit Ausnahme der Schulferien jede Woche einen Mädchen-Techniktag, denn sie sind Mitglieder „Girls‘ Day Akademie“. Neben der regionalen Projektbetreuerin Andrea Rücker kümmern sich die Lehrkräfte Andrea Gallersdörfer und Britta Kühbeck um die Mädchen. Dieses Pilotprojekt wird im Schuljahr 2013/14 für Niederbayern nur an der Landauer Realschule und sechs weiteren bayerischen Realschulen in den anderen Regierungsbezirken angeboten. Träger des Projekts sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm gemeinsam mit der Agentur für Arbeit in Landshut und der Regionaldirektion Bayern.

Das Projekt richtet sich an Mädchen der siebten bis zehnten Jahrgangsstufe und findet zusätzlich zum regulären Unterricht statt. Ziel ist es, Schülerinnen für Technik zu begeistern und ihr Berufswahlspektrum im Hinblick auf naturwissenschaftlich-technische Berufe zu erweitern. Die Mädchen erhalten eine praxisorientierte und vertiefte Berufsorientierung und setzen sich intensiv mit naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsberufen und Studiengängen auseinander. Dazu kooperiert die Schule mit Unternehmen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und weiteren externen Partnern vor Ort.

Der offizielle „Girls’ Day“, an die Landauer „Akademie“-Mädels einen Arbeitsbesuch bei  Mann + Hummel in Marklkofen machten, war eine gute Gelegenheit eine Zwischenbilanz der ersten Projektmonate zu ziehen. Neben einigen Firmenerkundungen, dem Besuch des „infotruck (me)“ der bayerischen Metall- und Elektroindustrie und der Ausbildungsmesse des Landkreises sowie Gesprächen mit Ausbildungs- und Personalverantwortlichen stand bisher vor allem das praktische Tun im Mittelpunkt des Projekts. Für die ersten Erfahrungen in der Metall- und Holzbearbeitung konnten eine  Lehrwerkstatt und der realschuleigene Werkraum genutzt werden. Da wurde gefeilt, entgratet, gebohrt, gebogen, gesägt, gehämmert, Gewinde gedreht. Ausbilder Georg Rückl und Christian Gleichauf sind nicht nur mit dem Eifer ihrer „Lehrlinge“, sondern ebenfalls mit deren handwerklichem Geschick und Techniktalent sehr zufrieden. Auch die Arbeit in der Gruppe hat sich sehr schnell als Gewinn des Projekts herauskristallisiert, denn die Mädchen aus den siebten, achten und neunten Klassen unterstützen sich gegenseitig, etwa bei dem als Aufgabe gestellten Zerlegen von Motorteilen. Dieser Teamgeist war zum Beispiel auch immer dann wichtig, wenn einzelne Teilnehmerinnen durch andere schulische Veranstaltungen einen Projekttag versäumten. Dann konnten die anderen Mädchen deren Arbeiten an den Werkstücken Schloss, Rose und Schmuckkästchen stellvertretend vorantreiben.

Für die nächsten Monate hat sich die Landauer „Girls’ Day Akademie“ viel vorgenommen. Die Mädchen und ihre Betreuerinnen wollen dann unter anderem die Bereiche Elektronik und Maschinenbau erkunden, natürlich wiederum mit praktischem Ansatz. Als Highlight wird es eine ganztägige Exkursion nach München geben. Auch Kontakte zu möglichen späteren Arbeitgebern in der regionalen Industrie werden aufgebaut, denn manche der Projektteilnehmerinnen aus den neunten Klassen wissen bereits, welchen Beruf sie anstreben. Für die Jüngeren im Team bietet das Projekt eine gute Orientierung bis hin zu der Erkenntnis, dass sie nach der Schule „etwas Praktisches“ machen und „nicht nur im Büro sitzen“ möchten.

 

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Die Landauer Realschule ist einzige Projektschule Niederbayerns der „Girls’ Day Akademie“: Die 15 Mädchen und ihre Betreuerinnen absolvieren ein vielfältiges Programm, hier Besuch des „infotruck (me)“ der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

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Erste Erfahrungen in der Metallbearbeitung: In der Lehrwerkstatt zeigen die Mädchen ihr Techniktalent und entwickeln

Freude an Technik

Girls‘ Day Akademie der Landauer Realschule besuchte BMW in München

Landau. Statt grauer Theorie erwartete die Teilnehmerinnen des Projekts „Girls’ Day Akademie“ der Viktor-Karell-Realschule ein praktischer Einblick in die Lehrwerkstätten des Stammwerks der BMW AG und in die BMW Welt.
Ausbildungsleiter Stefan Ritzmann begrüßte die Technik-Mädchen, die regionale Projektbetreuerin Pia-Christine Geißler sowie die Lehrkräfte Stephanie Koller und Stefan Paul, der sich als ehemaliger Landauer Realschullehrer und aktueller Referent des Projekts für die Fahrt nach München begeistern ließ.

Nach einer kurzen Präsentation des Bewerbungs- und Ausbildungsverfahrens der BMW Group führten zwei Auszubildende die Landauer Besucher souverän durch alle Ausbildungsbereiche. Dort arbeiten gewerbliche und kaufmännische Auszubildende eigenverantwortlich zusammen. In den verschiedenen Abteilungen erfuhren die Landauer Realschülerinnen aus erster Hand, welche Tätigkeiten und Arbeitsprozesse die BMW-Lehrlinge täglich absolvieren. Der Blick hinter die Kulissen der Ausbildungsabteilung machte den Mädchen auch dieses Jahr wieder Lust und Mut, das klassische berufliche Rollenverständnis zu „knacken“ und herauszufinden: Mädchen können genauso gut wie Jungs technischen Problemen auf den Grund gehen und Lösungen erarbeiten. Nach diesem lehrreichen Einblick in die Tätigkeitsfelder der Lehrlinge durfte sich die Reisegruppe auf Kosten des BMW-Konzerns in der Mensa stärken.

Im Anschluss stand ein interessanter Besuch der BMW-Welt auf dem Programm. Dort konnten sich die Mädchen in kleinen Gruppen selbständig umsehen. Besonderen Anklang fanden die ausgestellten Motorräder, auf denen die Teilnehmerinnen Probe sitzen durften. Neben der ganzen Bandbreite an BMW-Motorrädern wurden ebenso die verschiedenen Autotypen des Unternehmens bewundert: vom kleinen Mini über den noblen Rolls Royce bis hin zu dem Elektrokleinwagen i3 und dem 125 000 Euro teuren Hybridsportler i8. Mit hilfreichem Informationsmaterial und abwechslungsreichen Eindrücken im Gepäck kehrten die Reisenden am Nachmittag wieder nach Landau zurück.

Träger des Projekts „Girls’ Day Akademie“ sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme, dessen Mitgliedsunternehmen BMW ist, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit in Landshut und der Regionaldirektion Bayern. Ziel dieses Projekts ist es, Schülerinnen der siebten bis zehnten Jahrgangsstufe für Technik zu begeistern und ihnen wertvolle Tipps und Informationen zum Berufsstart zu geben.

Landauer Realschülerinnen besuchten München: Die Teilnehmerinnen der Girls‘ Day Akademie informierten sich über Ausbildung und Produkte von BMW.

Vom Notizzettelhalter zum Bordnetz

Landauer Girls‘ Day Akademie besuchte DRÄXLMAIER in Vilsbiburg Landau. Eigene Stärken entdecken, handwerkliches Geschick austesten, interessante Firmen kennenlernen – die meisten technikinteressierten Schülerinnen fiebern aus diesen Gründen dem offiziellen Girls' Day am 28. April entgegen. Für die 15 Teilnehmerinnen der Girls' Day Akademie der Viktor-Karell-Realschule sind solche Praxistage, die für sie seit September wöchentlich stattfinden, eigentlich schon Routine. Doch der Besuch bei dem Automobilzulieferer DRÄXLMAIER in Vilsbiburg wurde zu einem Highlight des Projekts, das heuer im dritten Durchgang läuft. Barbara Gerber, die Leiterin der Internationalen Ausbildung bei DRÄXLMAIER, hatte die Landauer Technikmädchen aus der achten Jahrgangsstufe und ihre Betreuerinnen vor kurzem zu einem ganztägigen Besuch nach Vilsbiburg eingeladen. Ausbilder Andreas Mühlbauer empfing die Gäste herzlich und stellte ihnen zunächst mit einem Film die Organisation und Produktionswerke der weltweit engagierten DRÄXLMAIER Group vor. Danach ging es zu einer größeren Praxiseinheit in die Ausbildungswerkstatt. Ausbilder Georg Dax und sechs Auszubildende halfen den Besucherinnen einen Notizzettelhalter aus Metall zu fertigen. Dabei fiel den Gastgebern positiv auf, dass ihre neuen „Auszubildenden“ bereits durchaus gute Fertigkeiten in den grundlegenden Techniken der Metallbearbeitung hatten. Die praktischen Arbeitsschritte wurden zusätzlich mit Theoriebögen abgefragt und gefestigt. Die Mittagspause verbrachten die jungen Gäste in der Kantine. Neben zahlreichen Auszubildenden trafen die Schülerinnen dort auch Praktikanten, die auf der Suche nach ihrem Traumberuf in das Unternehmen schnupperten. Im Anschluss gab es für die Landauerinnen eine exklusive Führung in zwei Gruppen durch die Produktion sowie die Abteilung Forschung und Entwicklung. Dabei wurde den Realschülerinnen vor allem das Bordnetz, ein Produkt von DRÄXLMAIER, mit seinen vielen Hundert Meter langen Kabelsträngen nähergebracht. Auch die Abteilungen Modellbau und Fahrzeuginnenausstattung, wo unter anderem die Werkstoffe Holz und Leder verarbeitet werden, beeindruckten die Mädchen. Wieder zurück im Schulungsraum drehte sich zum Abschluss alles um die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten bei DRÄXLMAIER. Andreas Mühlbauer nahm sich Zeit, um den Landauer Technikmädchen den Ablauf des Auswahlverfahrens genau zu erklären. Dabei gab er nützliche Insider-Tipps zu Stolperfallen, die Bewerber vermeiden sollten. Er betonte, wie wichtig der DRÄXLMAIER Group die Förderung von Mädchen in Technikberufen sei. Mühlbauer strich auch die hohe Übernahmequote von DRÄXLMAIER heraus. "Nach diesem interessanten Tag kann mir gut vorstellen, mich für ein Praktikum oder eine Ausbildung zu bewerben", so die Schülerinnen. Besonders attraktiv ist es für die Mädchen, dass es ein großes DRÄXLMAIER Werk in Landau sowie einen Werksbus-Pendeldienst nach Vilsbiburg gibt. Die „Girls´ Day-Akademie“ wird im Schuljahr 2015/2016 an der Viktor-Karell-Realschule Landau, zwölf weiteren bayerischen Realschulen sowie einem Pilotgymnasium angeboten. Träger des Projekts sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Landshut und der Regionaldirektion Bayern. Das Projekt richtet sich an Mädchen der siebten bis zehnten Jahrgangsstufen und findet zusätzlich zum regulären Unterricht statt. Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen für Technik zu begeistern und ihr Berufswahlspektrum im Hinblick auf naturwissenschaftlich-technische Berufe zu erweitern. Die Mädchen erhalten eine praxisorientierte und vertiefte Berufsorientierung und setzen sich intensiv mit naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsberufen und Studiengängen auseinander. Dazu kooperiert die Schule mit Unternehmen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und weiteren externen Partnern vor Ort. Praxis in der Ausbildungswerkstatt von DRÄXLMAIER: Eine von vielen Stationen, die die Teilnehmerinnen der Landauer Girls‘ Day Akademie bei ihrem Besuch in Vilsbiburg durchliefen. Beim Bau eines Notizzettelhalters wurden sie von den Ausbildern Andreas Mühlbauer und Georg Dax sowie sechs Auszubildenden unterstützt.

Hologramm und Wechselblinker

Landauer Technik-Mädchen besuchten die TH Deggendorf Landau. Auch im dritten Projektjahr der Girls‘ Day Akademie fördert die Viktor-Karell-Realschule wieder das Interesse an Technik und Naturwissenschaften einer handverlesenen Gruppe von Schülerinnen. In Ergänzung des bewährten Programms von Berufsorientierung, Firmenexkursionen und praktischen Einheiten wurde heuer erstmals der Kontakt zur Hochschulwelt gesucht. Die 15 Teilnehmerinnen der achten Jahrgangsstufe und ihre Betreuerinnen Andrea Rücker und Britta Kühbeck waren vor den Faschingsferien zu Besuch an der TH Deggendorf.

Die MINT-Koordinatorinnen Andrea Stelzl und Angelika Hable begrüßten die Gäste aus Landau und stellten in einem einführenden Vortrag die THD, ihre Studiengänge und diverse technische Berufsfelder vor. Danach stand ein Rundgang durch die Labore des Studienganges Medientechnik auf der Tagesordnung. So besichtigten die Mädchen das neue Fernsehstudio von „doschauher.tv“ und schauten hinter die Kulissen des hochschuleigenen Online-Fernsehprojekts. Weiter ging es in den „Reflexionsarmen Raum“, der komplett auf Federn gelagert ist. Dieser Raum ist derart schallisoliert, dass im Innern abgespielte Töne nur ganz „trocken“, also in ihrer Reinform, gehört werden können. Dies demonstrierte ein Laboringenieur sehr eindrucksvoll mit seiner Okarina, einer bauchigen Tonflöte. Zunächst spielte er eine kleine Melodie im Treppenhaus des Gebäudes: Hier hallten die Töne wegen der großen Glasflächen, die das Treppenhaus über mehrere Etagen einkleiden, vielfach wider. Danach ließ er die Melodie noch einmal im „Reflexionsarmen Raum“ ertönen und es war weiter nichts zu hören, als die einzelnen angespielten Töne, ohne jede Verstärkung und ohne Hall. Nach dieser beeindruckenden Demonstration ging es weiter ins Tonstudio, in den Abmischraum und ins Radiostudio, in dem die Studierenden des Studiengangs Medientechnik Live-Sendungen unter dem Namen Radio „WebWelle“ produzieren. Diese Produktionen sind online zu hören, in Teilen laufen sie aber auch bei Sendern wie „Unser Radio“ und „Radio AWN/Straubing“. Nach der Mittagspause in der THD-Mensa durften sich die jungen Besucherinnen praktisch betätigen. Zunächst bauten sie unter Anleitung eine kleine Pyramide aus Folie, die dann auf das Display ihres Smartphones gestellt, ein Hologramm projizierte. Die zweite praktische Aufgabe war handwerklich anspruchsvoller. Es ging dabei um den Bau eines Wechselblinkers. Nach dem genauen Studium des Schaltplans durften LED-Lämpchen, Widerstände, Schalter und Kondensatoren sowie notwendigen Kabelkontakte auf Steckplatten montiert werden. Helfend zur Seite standen den Mädchen die Laboringenieure des Studiengangs Elektro- und Informationstechnik. Sie führten bei jedem einzelnen Steckbausatz die „Endabnahme“ durch und gaben das Werkstück frei. Erst dann durfte es unter Strom gesetzt werden. Nicht wenige der Mädchen freuten sich, als die Lämpchen gleich im ersten Anlauf zu blinken anfingen.

Viel zu schnell ging der interessante Tag vorüber, an dem die Realschülerinnen viel entdecken und experimentieren konnten. Leider war für die ebenfalls vorbereiteten Experimente zum Technikbereich „Bionik“, bei dem Leistungen der Natur nachgeahmt werden, nur noch wenig  Zeit. Bei dem abschließenden Gruppenbild auf dem Hochschulcampus trösteten die Gastgeberinnen aber damit, dass die Mädchen gerne noch einmal wiederkommen dürften, einige von ihnen vielleicht sogar später einmal als Studierende.

Die „Girls´ Day-Akademie“ wird im Schuljahr 2015/2016 an der Viktor-Karell-Realschule Landau, zwölf weiteren bayerischen Realschulen sowie einem Pilotgymnasium angeboten. Träger des Projekts sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Landshut und der Regionaldirektion Bayern. Das Projekt richtet sich an Mädchen der 7. bis 10. Jahrgangsstufen und findet zusätzlich zum regulären Unterricht statt. Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen für Technik zu begeistern und ihr Berufswahlspektrum im Hinblick auf naturwissenschaftlich-technische Berufe zu erweitern. Die Mädchen erhalten eine praxisorientierte und vertiefte Berufsorientierung und setzen sich intensiv mit naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsberufen und Studiengängen auseinander. Dazu kooperiert die Schule mit Unternehmen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und weiteren externen Partnern vor Ort.

 

Auf dem Campus der Technischen Hochschule Deggendorf: Die Teilnehmerinnen der Landauer Girls‘ Day Akademie durften viel entdecken und experimentieren. Durch den Tag führten sie die MINT-Koordinatorinnen Andrea Stelzl (rechts) und Angelika Hable.